Ausflug des Johannischores nach Bregenz

Als am 4. April der Johannischor Oberstdorf mit seinem Leiter Pavol Valášek auf die jährlich stattfindende Ausflugsfahrt ging, trug der Himmel das Seine zum guten Gelingen bei: er präsentierte sich in strahlendem Blau und das Frühjahr vervollständigte die Freude mit dem frischen ersten Grün der Bäume. Etwas kühl blieb die Temperatur bei der frühen Abfahrt, doch im warmen Bus bot die Fahrt über den Riedbergpass wunderschöne Blicke in den Bergfrühling. Es war eine kurze Fahrt bis Bregenz und so blieben die Klampfen und Stimmen unterwegs ruhig.
Erstes Ziel war die im Jahre 1097 von den Benediktinern gegründete Zisterzienserabtei Mettingen-Mererau, wo wir mit großer Gastfreundschaft aufgenommen wurden. Hier stieß der extra aus Oberstdorf angereiste Pfarrer Schnabel zu uns und hielt in der Klosterkapelle eine Andacht in Begleitung des Chores. Abt Vinzenz Wohlwend führte uns danach selbst durch das eindrucksvolle Kloster: hinunter in den in frühen Jahren entstandenen und wieder ausgegrabenen Untergrund der Kirche, durch den Kreuzgang und in die umfangreiche Bibliothek mit historischen Schriften. In seiner freundlichen, leutseligen Art erzählte er uns viel vom Klosterleben der Benediktiner und von den Aktivitäten des Klosters, das unter anderem eine große Schule und ein Internat betreibt. In der Klosterbeize gab es danach unter schönem Kreuzgewölbe ein vielseitiges Angebot zum Mittagessen.
Nachdem uns der Bus weiter zu unserem Hotel mitten in Bregenz gebracht hatte, blieb uns viel freie Zeit, die wir nach eigenen Interessen nutzen konnten: Hier lockten das Kunsthaus mit den formschönen Exponaten der Künstlerin Koo Jeong- A, die Pfänderbahn oder Bummel und Shopping etc., bevor man sich dann abends im Wirtshaus am See traf. Den Abend nutzten manche Chorfreunde zum Besuch des Casinos Bregenz (ein größerer Gewinn kam mir leider nicht zu Ohren).
Der zweite Tag begann mit einer ausführlichen Chorprobe im Austriahaus, bevor wir, nach einer Jause im Gasthaus Zeigerle, eine Schifffahrt über den Bodensee nach Nonnenhorn unternahmen. Dort erwartete uns eine Überraschung: Wir trafen auf die Breitachtaler Jodler, die ihren Ausflug zum selben Weingut wie wir unternommen hatten. Zusammen erfuhren wir einiges über den Weinanbau, besichtigten die vielen Fässer im Weinkeller und durften die edlen Tropfen auch ausgiebig verköstigen. Hier zeigte es sich, dass die Jodler mit ihrem Liedgut besser in die immer heiterer werdende Atmosphäre passte als wir mit unserem kirchlichen Repertoire. Die bis Lindau gemeinsame Rückfahrt in unser Bregenzer Hotel aber nutzte der Chor, um mit gelockerter Zunge einige Lieder zum Besten zu geben und damit die übrigen Mitfahrenden zu erfreuen. Sanken nun viele schon erledigt in ihre Betten, so hielten einige (nicht nur die Jungen!) sangesfreudig und ausgelassen bis spät in die Nacht im Hotelsaal durch.
Den letzten Tag, ein Sonntag, bestimmte eine Messe in der Bregenzer Kirche, die der wieder angereiste Pfarrer Schnabel hielt. Während hier Pavol Valášek an der Orgel spielte, dirigierte, uns nachgereist, Heike Glinka den Chor. Mit einer Messe von Delibes, dem Ave Verum von Mozart und den beiden Hallelujas von Händel und Mawby sowie dem englischen „There’s a wideness in God’s mercy“ konnten wir ein attraktives Musikprogramm aufbieten.
Nach einer guten Rast auf der Heimreise kamen alle wohlbehalten und froh über die harmonische und schöne Fahrt nach Hause.
Christine Kindt
Fotos: Petra Engel und Pfr. Wolfgang Schnabel

