30. Wallfahrt von Oberstdorf nach Holzgau

Bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen machten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 30. Jubiläumswallfahrt auf den Weg – getragen von dem Leitwort „Kommt, wir wollen unsere Wege gehen im Licht des Herrn“ (Jes 2,5). Der gemeinsame Weg wurde zu einem besonderen Erlebnis, das Glauben, Natur und Gemeinschaft auf eindrucksvolle Weise miteinander verband.
Zur Aussendung um 5.00 Uhr wurde die eigens von Christine Bietsch gestaltete Jubiläumskerze von Pfarrer Wolfgang Schnabel gesegnet und entzündet. Das Pendant sollte später auch in Holzgau bei der Messe erleuchten.
So machten sich die Wallfahrtsgemeinde von fast 90 Pilgern zunächst schweigend auf den ca. 21km langen Weg über das Gebirge und gelangten zur ersten Statio am Holzgauer Platz. Dort gab Pfarrer Schnabel einem jeden verschiede Gedanken zur Reflektion und Einkehr mit auf den Weg.
Auf der Pilgerstrecke vorbei an der Kapelle Maria am Knie gab es viel Gelegenheit für Gespräche, gemeinsames Beten und stille Momente der Besinnung. Ab der Kemptner Hütte folgten alle dem Kreuz hinauf auf das Mädelejoch und dann auf dem langen Abstieg ins wunderschöne Lechtal.
Die unversehrte Ankunft in Holzgau, trotz der Hitze erfüllte alle mit großer Dankbarkeit, ebenso der überaus herzliche Empfang mit Glockengeläut und Böllerschüssen durch die Holzgauer, Linda und Elmar Huber und Pfr. Sinto am Oberstdorfer Platz. Bei seiner Begrüßung ging Bürgermeister Florian Klotz auf die Geschichte der Wallfahrt in der frühen Neuzeit (1663) ein, die über lange Zeit verboten und eingeschlafen war. Erst 1992 wurde sie seitens der Holzgauer durch Pfr. M. Sommer wieder belebt. Die Oberstdorfer machten sich mit einer „Gegenwallfahrt“ mit Msgr. Peter Guggenberger und weiteren Oberstdorfern wie Fritz Gentner und Alois Ohmayer vor genau 30 Jahren zum ersten Mal auf den Weg nach Holzgau.
Am Oberstdorfer Platz überreichte Wallfahrtsleiter Albert Titscher den Holzgauern im Auftrag der Marktgemeinde Oberstdorf, die von ihr gestiftete Sitzbank und einen Apfelbaum, als Erinnerung an diese Jubiläumswallfahrt.
Gemeinsam mit Herrn Pfr. Schnabel zelebrierte Pfr. Guggenberger und Pfr. Sinto die von Klängen der Breitachtalar Johlar und unserem Organisten Pavol Valasek untermalte Messe. Auch in der Predigt ging Pfr. Guggenberger, der eigens aus Murnau angereist war, auf manche in Erinnerung gebliebene Situation der letzten 30 Jahre ein und verband seine Schlussworte mit dem Wunsch auf noch viele weitere Jahre guter Wallfahrtstradition.
Mit dem Schlusssegen schlug Pfr. Schnabel den Bogen zum Leitwort der Wallfahrt und machte deutlich, dass Wallfahren immer auch bedeutet, den eigenen Lebensweg im Vertrauen auf Gott zu gehen und sich immer wieder neu von seinem Licht führen zu lassen. Als besonderes Zeichen wurden deshalb kleine Jubiläumskerzen mit dem Logo der Holzgauwallfahrt gegen eine Spende ausgegeben.
Der Weg, die gemeinsame Feier der Eucharistie, die Begegnungen und Gespräche sowie die herzliche Gastfreundschaft unserer Freunde in Holzgau machten diesen Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis und so konnten alle auf einen gelungenen Tag „im Licht des Herrn“ zurückschauen.
Text und Bilder: Bastian Benkert





