Kapelle St. Nepomuk Au

Nach seiner Heiligsprechung vor über 200 Jahren (1729) kannte ihn jeder gläubige Christ in Europa; er war sozusagen in Mode gekommen als Wasser- und Beichtpatron.

Auf vielen Brücken steht sein Bild, so auch in Fischen über dem Grundbach, in Beton gegossen, vor allem aber in der kleinen Wegkapelle in Au als kunstvoll geschnitzte Holzfigur zum Schutz gegen die Hochwasser der nahe gelegenen Iller. Der Hl. Johannes Nepomuk wurde am 16. Mai 1393, nachdem er gefoltert worden war, an Händen und Füßen gefesselt in Prag von einer Brücke in die Moldau geworfen. Die Überlieferung weiß zu berichten, dass König Wenzel wissen wollte, was seine Frau bei Johannes gebeichtet hatte, dieser jedoch selbst unter grausamer Folter schwieg und deshalb ertränkt wurde. Johannes Nepomuk, damals Generalvikar von Prag, widerstand dem König, weil es ihm sein Gewissen gebot. Und dafür musste er sterben. Johannes wurde zum Patron des Beichtgeheimnisses.
Als „Wasserschutzheiliger“ stiftete ihm in Au 1740 der Badwirt Anton Schraudolph von Sonthofen (1537 Au Heilbad,1621 Schwefelbad genannt, 1767 von der Iller überschwemmt und zerstört) einen schlichten offenen Bildstock, der im späten 18. Jh. zu einem Käppele erweitert wurde.Der Nachbarin, Anneliese Schneider, ist es zu verdanken, dass jeden ersten Montag im Monat in dem kleinen Gotteshaus das „Morgenlob“ mit 12 bis 18 Gläubigen, darunter in der Ferienzeit auch mit Kindern, gebetet wird wie auch der Rosenkranz für verstorbene Einheimische.
Der Ortsheilige Johannes Nepomuk, der auffällig seinen Zeigefinger auf den ge-schlossenen Mund legt, kann uns – abgesehen in seiner Eigenschaft als Wasser-patron – mahnen, dass Schweigenkönnen eine wich-tige Eigenschaft ist. Ge-schieht nicht auch deshalb viel Unrecht und wird vielen Menschen Leid zugefügt, weil leichtfertig geredet wird? Wie schnell entstehen Gerüchte! Und was einmal in Umlauf gebracht wurde, das lässt sich nur noch schwer aufhalten. So könnte uns allen die Statue des hl. Johannes Nepomuk, sooft wir sie auf einer Brücke stehen sehen oder in unserem liebenswürdigen Käppele in Au, jedes Mal erinnern: Rede nicht vorschnell! Prüfe deine Worte! Und schweige lieber, ehe du Böses über einen anderen redest!

Pfarrer Werner Schnell (Pfarrbrief 24/2016)

In der Kapelle St. Nepomuk in Au findet jeden 1. Montag im Monat um 8.30 Uhr ein Morgenlob statt.

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Telefon: 08322/977550